{"id":449,"date":"2022-04-03T14:12:25","date_gmt":"2022-04-03T12:12:25","guid":{"rendered":"http:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/?p=449"},"modified":"2022-04-03T18:03:25","modified_gmt":"2022-04-03T16:03:25","slug":"hoert-endlich-auf-zu-luegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/?p=449","title":{"rendered":"H\u00f6rt endlich auf zu l\u00fcgen!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Pressemitteilung der Rostocker Polizei k\u00f6nnt Ihr getrost als L\u00fcge abheften und diejenigen, die das abschreiben sind Vollidioten!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Luegenbullen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"779\" src=\"https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Luegenbullen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-451\" srcset=\"https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Luegenbullen.jpg 750w, https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Luegenbullen-289x300.jpg 289w, https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Luegenbullen-24x24.jpg 24w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass sich Hansa-Fans und wir uns nicht liebhaben, ist der \u00e4lteste Hut der Welt. Ich k\u00f6nnte jetzt endlos dar\u00fcber schwadronieren, warum das so ist, aber hier die (stark vereinfachte und schwarz-wei\u00dfe) Kurzform: 87% der Hansa-Fans sind wahrscheinlich v\u00f6llig i.O. und man k\u00f6nnte in sportlicher Rivalit\u00e4t verbunden sein, aber 13% sind Vollidioten, von denen sich dieser Kackverein nie wirklich distanziert hat. Wie auch immer, im Jargon der Staatsmacht hei\u00dft sowas dann eben &#8222;Hochrisikospiel&#8220; und ist eine willkommene Gelegenheit mal das gesamte Repressionequipement zu entstauben und in B\u00fcrgerkriegsmanier zu platzieren. Zusammen mit einem (laut Verlautbarung) Personalaufwand von 1.450 Tr\u00e4ger*innen hoheitlicher Gewalt, davon ca. 99,9% vertrauenserweckend gekleidet wie Lord Helmchens Spacemarines f\u00fcr die 1:1 Betreuung der anreisenden Fans. Das Ganze noch mit Hub-Hub-Hubschraubereinsatz, aber wenn interessiert schon Klimakatastrophe und hohe Spritpreise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansto\u00df um 20.30h, damit die Pyroshow noch besser in Szene gesetzt wird und sich Sky- und DSF-Reporter wieder mit Kriegsrhetorik profilieren und DFL und Innenminister ihrem Ziel Ticketpersonalisierung (\u00dcberwachung) und 100% Sitzpl\u00e4tze (teurer &#8211; mehr Profit) wieder einen Millimeter n\u00e4herkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gut, fairerweise ist 20.30h f\u00fcr Ausw\u00e4rtsfahrer wie uns nicht so schlecht, denn man muss nicht zu nachtschlafender Zeit aufstehen und schon zum Fr\u00fchst\u00fcck Bier trinken. Zumal Berlin &#8211; Rostock in etwa die gleiche (zeitliche) Entfernung aufweist wie Gr\u00fcnau &#8211; Spandau mit dem \u00d6PNV.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anreise war kurzweilig und die Ankunft in Rostock unproblematisch. Wir waren etwas sp\u00e4t (nicht zu sp\u00e4t), deshalb war der Einstieg und Transfer zum Stadion mit den Shuttlebussen auch relativ entspannt. Dass man Busse zu Pandemiezeiten vollstopfen muss, anstatt einfach einen mehr hinzustellen, nun gut &#8230; Herr Lauterbach, bei der n\u00e4chsten Pandemie bilden Sie bitte ein Superministerium mit dem Innenresort, denen ist n\u00e4mlich unsere Gesundheit von jeher schei\u00dfegal. St. Pauli-Fans sind alle geimpft und geboostert, da hat unser Verein nie einen Kompromiss gemacht, warum auch? Wir passen eben aufeinander auf und sch\u00fctzen uns und andere (im Gegensatz zu siehe oben). Dann hinein ins Stadion und da beginnt gleich die erste Gr\u00fctze &#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"485\" src=\"https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-1024x485.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-461\" srcset=\"https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-1024x485.jpeg 1024w, https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-300x142.jpeg 300w, https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-768x363.jpeg 768w, https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-1536x727.jpeg 1536w, https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-2048x969.jpeg 2048w, https:\/\/piratenbrigade-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostseestadion-01-1-500x237.jpeg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Ostseestadion befinden sich Heimfans und G\u00e4stefans in der gleichen Kurve (ich habe mir sagen lassen, dass das in Sandhausen auch so ist, aber hey, da trinkt man vermutlich auch Wein, statt Bier im Stadion). Getrennt durch eine blickdichte Plexiglasscheibe, die ca. 50-100 G\u00e4stefans derma\u00dfen sichtbehindert, dass ein kompletter Torraum nicht einzusehen ist. F\u00fcr diesen Unsinn zahlt man aber den gleichen Preis, wie f\u00fcr den Rest des Blocks. Danke f\u00fcr nichts, kann man da nur sagen. Diese Idiotie f\u00fchrt dann eben genau zu dem, was dann passierte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Catering- und Toilettenbereich des G\u00e4stefanblocks, wird durch eine Garagentorkonstruktion aus Aluminium vom Block der Heimfans getrennt und anscheinend gibt es auf deren Seite keine Ordner oder sonstiges Sicherheitspersonal. Also begann unmittelbar neben dem Cateringstand ein infernalischer L\u00e4rm, den Hansafans mit Tritten und Schl\u00e4gen gegen eben jenes Garagentor hervorriefen. In einem Horrorfilm w\u00fcrde man jeden Moment das Brechen des Tores annehmen und eine Herde Zombies str\u00f6mt aus dem Durchbruch. Ich kann die Stabilit\u00e4t des Tores nicht einsch\u00e4tzen, aber die best\u00e4ndige L\u00e4rmkulisse war derma\u00dfen bedrohlich, dass sich die Menge der G\u00e4stefans immer mehr auf die andere Seite verlagerte. Neben dem Cateringsstand war dann auch noch die Damentoilette und auch hier war zu sp\u00fcren, dass das Bedrohungsgef\u00fchl immer st\u00e4rker wurde. Pl\u00f6tzlich flogen Leuchtkugeln und B\u00f6ller in die Menge, diese wurde offensichtlich vom Gel\u00e4nde unterhalb des Heimblocks nach oben in den Servicebereich des G\u00e4steblock geworfen. Die Leuchtkugeln trafen auch Personen, aber zum Gl\u00fcck nur an der Kleidung und ohne diese zu entz\u00fcnden. Mehrere B\u00f6ller explodierten in dem \u00fcberdachten Bereich und verursachten (vor\u00fcbergehende?) H\u00f6rsch\u00e4den. Die Menge fl\u00fcchtete dann mehrheitlich auf die andere Seite des Servicebereichs oder in die Toiletten. Ein Teil ging zur\u00fcck in den Innenraum und ein Teil fl\u00fcchtetet nach unten in den ersten Vorhof, von welchem sie auch vom Nachbargel\u00e4nde aus mit Pyrotechnik beschossen wurden. Zwei Zehntschaften Polizei hielten es nicht f\u00fcr notwendig sich um die Verursacher zu k\u00fcmmern, sondern standen entweder passiv herum oder waren damit besch\u00e4ftigt G\u00e4stefans zu drangsalieren. Auch die Ordner im Servicebereich machten keine Anstalten irgendetwas zu unternehmen, obwohl sie offensichtlich \u00fcber ein Kommunikationssystem verbunden waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich war zu diesem Zeitpunkt zwischen Servicebereich und Vorhof, also mittendrin und versuchte mit einigen anderen allzu hitzige eigene Fans zu beruhigen. Es wird aus den eigenen Reihen berichtet, dass St. Pauli Fans B\u00f6ller zur\u00fcckgeworfen h\u00e4tten. Das habe ich nicht beobachtet, aber kann es auch nicht bestreiten. Nur so viel: Wir hatten mit dem Servicebreich und den Toiletten ein r\u00e4umlich sehr begrenztes und \u00fcberdachtes Areal zum Ausweichen, die Angreifer hingegen einen kompletten Parkplatz. Wenn hier also von &#8222;gegenseitigem Bewerfen&#8220; die Rede ist, dann wird hier ein sehr ungleiches Bild gezeichnet. Die Hansafans beschossen ein Menschenmenge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">(Einwurf: Gerechterweise muss man nat\u00fcrlich sagen, dass es auch bei unseren Fans Idioten gibt, die Ihren Machismo in solchen Momenten voll ausleben. Nat\u00fcrlich ist es kindisch als Reaktion auf die Gewalteinwirkung auf das Garagentor, da auch noch dagegenzutreten. Die zwei Deppen wurden aber relativ schnell eingehegt. Ebenso ist es ziemlich l\u00e4cherlich auf einen Zaun zu klettern und so zu tun, als wolle man einen Gegenangriff starten, dabei aber einsehen muss, dass man nicht mal so eben neun Meter runterspringen kann und dann stattdessen auf einen Wellblechverschlag einpr\u00fcgelt. Was ist der Sinn? Rasseln gegen D\u00e4monen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Und ja, Pyrotechnik zur\u00fcckwerfen ist auch nicht wirklich schlau, wenn es denn so gewesen ist. Sich und die eigenen Fans zu verteidigen, dass rechne ich USP hoch an, aber die paar Trottel, die meinen im Stadion ein Ackermatch austragen zu wollen, sollten sie besser selbst einfangen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der ganze Beschuss hielt etwa 10 Minuten an, ohne dass irgendjemand der Spitzenbullen und Superorganisatoren (siehe Selbstbeweihr\u00e4ucherung oben) eingeschritten w\u00e4re und diesen Angriff auf Leib und Leben (ohne \u00dcbertreibung) unterbunden h\u00e4tten. Auf Videos, die mittlerweile im Netz zu sehen sind, ist zwar erkennbar, dass die Spacemarinchen sich auf dem Nachbargel\u00e4nde formierten, aber wohl au\u00dfer Choreografien nach Art der r\u00f6mischen Armee zu performen, kein erkennbarer Zugriff erfolgte. Aber das war ja nur der Auftakt &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sorry, aber \u00fcber das Spiel zu berichten lohnt sich nicht. Was f\u00fcr eine \u00fcble Vorstellung unseres magischen FCs, das k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/millernton.de\/2022\/04\/03\/auswaerts-in-rostock-ein-reisebericht\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/millernton.de\/2022\/04\/03\/auswaerts-in-rostock-ein-reisebericht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">andere besser als ich beschreiben<\/a>. Ich decke dar\u00fcber den Mantel des Schweigens und widme mich wieder meinem Ged\u00e4chtnisprotokoll, welches vielleicht noch anderweitig Verwendung findet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich haben wir in der 2. Halbzeit auch die Vorg\u00e4nge w\u00e4hrend der Halbzeitpause er\u00f6rtert und als der Stadionsprecher verk\u00fcndete, dass wir nach dem Spiel schnellstens zu den Shuttlebussen gehen sollen, da keimte sowas wie Hoffnung auf ein glimpfliches Ende dieses Stadionbesuchs auf. Die Bullen w\u00fcrden den Heimbereich zu machen und wir sind weg, bevor man die wieder rausl\u00e4sst. Aber wir haben nicht mit der Unf\u00e4higkeit oder vielleicht sogar B\u00f6sartigkeit der &#8222;Organisatoren&#8220; gerechnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Abpfiff leerte sich der G\u00e4steblock unerwartet z\u00fcgig. Spiel, K\u00e4lte und das Erlebte in der Halbzeitpause, bildeten keine Basis zum launigen Verbleiben an diesem ungastlichen Ort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorbereich des G\u00e4steblocks war in zwei Bereiche unterteilt, die rundherum mit Gittern umz\u00e4unt waren. Der \u00e4u\u00dfere Bereich hatte links und rechts gro\u00dfe Tore als Ein- und Ausfahrten f\u00fcr die Shuttlebusse. Zu dem Zeitpunkt als ich aus dem Stadioninnenraum trat, standen auf diesem Platz bereits eine gro\u00dfe Anzahl G\u00e4stefans, die auf das Eintreffen der Busse warteten. Dieser Au\u00dfenbereich wurde zum Stadion hin von einem weiteren Hofbereich getrennt, an dem die Durchg\u00e4nge f\u00fcr die Ticket- und Sicherheitskontrolle waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Laien: Diese Eing\u00e4nge dienen dazu, ankommenden G\u00e4ste zu &#8222;vereinzeln&#8220;, sind also sehr schmal. \u00c4hnlich wie das Vieh im Schlachthof wird man beim Eintritt mit Gittern kanalisiert und steht dann einzeln flankiert von Ordnern zum Bolzenschu\u00df, \u00e4h &#8230; Ticketkontrolle und Leibesvisitation an. Das ist beim Betreten des Stadions nat\u00fcrlich sinnvoll und geht i.d.R. auch ganz entspannt vonstatten. Man ist ja in dem Moment voller Vorfreude und es wird viel gescherzt und geflachst. Beim Verlassen des Stadions, werden diese Tore normalerweise zusammen mit gr\u00f6\u00dferen Toren ge\u00f6ffnet, dass die Menge sich nicht staut und schnell abflie\u00dfen kann. In diesem Konstrukt war das nat\u00fcrlich nicht der Fall, denn dadurch konnte man den Zustrom an die Busse &#8222;regeln&#8220;. Im \u00e4u\u00dferen Bereich standen neben mehreren Zehntschaften Polizei u.a. zwei Wasserwerfer orthogonal zueinander. Der eine zielte auf den inneren Hof und Stadionzugang und der andere auf den Durchfahrtsbereich der Shuttlebusse. Alle Tore zwischen dem Au\u00dfenbereich und dem Innenbereich waren geschlossen. Auf der einen Seite befand sich der Parkplatz zum Heimbereich, von welchem aus wir in der Halbzeitpause angegriffen wurden. An diesem Zaun, aber auf &#8222;unserer&#8220; Seite stand eine Zehntschaft Polizei sowie 1-2 (?) weitere an den Toren zum Au\u00dfenbereich. Es gab also quasi zwei Kessel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich fuhren die Busse ein und f\u00fcllten sich ganz schnell mit Menschen. Die Organisatoren hatten (zu diesem Zeitpunkt zumindest) ganze 6 Linienbusse mit ca. 100 Pl\u00e4tze f\u00fcr fast 2.000 Fans im Einsatz, grandiose Rechenk\u00fcnstler da in Rostock. Mehr noch, da die Busse mit ca. 15 Wannen eskortiert wurden, konnten diese nur im Konvoi fahren. D.h. Einstiegs- und Sortierchaos dauerten ewig, bis die erste Ladung erstmal weggebracht werden konnte. Dieses ganze Fahrzeugskonvolut fuhr dann zum Bahnhof und anschlie\u00dfend wieder zur\u00fcck. Es war kurz vor 23.00h und die Temperatur lag bei -4\u00b0C. Die Aussicht da schnell wegzukommen, war also v\u00f6llig \u00fcberzogen. Aber Fans sind keinen Luxus gew\u00f6hnt und wir machen ja alles f\u00fcr den Verein. Wenigstens machte das Catering \u00dcberstunden und die Toiletten blieben auch ge\u00f6ffnet und im Kessel selbst war es mit den ganzen Menschen um einen herum, bis auf die Eisf\u00fc\u00dfe auch einigerma\u00dfen mollig. Aber leider passierte dann das Gleiche, wie zur Halbzeit. Hansafans kamen auf das Nebengel\u00e4nde und fingen wieder unmittelbar damit an, Pyrotechnik \u00fcber den Zaun in die Menschenmenge zu werfen. Diesmal konnten wir uns nicht so einfach zur\u00fcckziehen und es lag schnell ein gewisse Panikstimmung in der Luft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu allem \u00dcbel hatte dann noch ein Meisterdenker unter den Cops am Zaun die sagenhafte Idee Pfefferspray \u00fcber den 3 Meter hohen Zaun zu spr\u00fchen, welcher, oh Wunder, durch den Wind sofort sch\u00f6n \u00fcber uns zur\u00fcckgeweht wurde. Wir hatten fast alle Masken auf und wenn ich der Pandemie etwas Gutes abgewinnen kann, dann das. Nat\u00fcrlich kam es aufgrund des Pyrobeschusses und dem (mit Ansage) verungl\u00fcckten Pfeffersprayeinsatzes zu einem Fluchtreflex und man kann es USP nicht hoch genug anrechnen, dass Sie (mit Erfolg) versucht haben die Menge mit ruhigem, aber bestimmten Worten und Gesten langsam und geordnet in sichere Bereiche zu lotsen was eine Panik verhinderte. Der Polizei fiel aber nichts Besseres ein, mit dem Wasserwerfer die Angreifer \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinweg zu &#8222;beregnen&#8220;. Ich erinnere daran: -4\u00b0C und keine Aussicht auf irgendetwas Erw\u00e4rmendes. Zudem lie\u00df der Geruch vermuten, dass der Wasserwerfer noch andere Substanzen verspr\u00fchte. Man wusste nicht wen man in diesem Moment mehr hassen sollte. Fans die einen mit Pyrotechnik beschie\u00dfen oder idiotische Polizisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Teil der Eingekesselten fl\u00fcchtet wieder Richtung Servicebereich im Stadion, ein anderer wich zur\u00fcck und versuchte irgendwie in die N\u00e4he des Au\u00dfenbereiches zu kommen. Da wurde dann, ich wei\u00df nicht auf wessen Initiative, eines der Vereinzelungstore ge\u00f6ffnet, und die Menge str\u00f6mte in den Au\u00dfenbereich. Diese &#8222;Flucht&#8220; rief sofort die Bullen auf den Plan. Die Einheiten, die im Innenhof postiert waren, st\u00fcrzten in Richtung des ge\u00f6ffneten Tores und auf der anderen Seite setzen sich die dortigen Einheiten in Bewegung. War das schon alles v\u00f6llig sinnentleert, fing dann auch noch der Wasserwerfer an auf die Menschen zu schie\u00dfen, die sich durch das Tor dr\u00e4ngelten. Diesmal aber nicht sanft beregnet, sondern mit vollem Strahl. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Treppe zum Servicebereich und konnte von dort die Lage komplett \u00fcbersehen. Sinnloser und sch\u00e4dlicher konnte die Polizei nicht mehr handeln. Die Menschen wollten nur aus diesem Druck heraus und daf\u00fcr w\u00e4re auch gen\u00fcgend kontrollierbarer Platz gewesen, aber der nicht zu begreifende Einsatz hat viele Menschen in \u00e4u\u00dferste Gefahr gebracht. Zudem scheint die Polizei auch mit k\u00f6rperlicher Gewalt vorgegangen zu sein, ein Bekannter, den ich einige Zeit sp\u00e4ter sah, hatte blutunterlaufene Augen und einen schlimmen Ausschlag im Gesicht. Er schilderte, dass er in der Vorw\u00e4rtsbewegung von einem Pfefferspraystrahl getroffen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df nicht, was auf der anderen Seite des Zauns passiert ist, der Beschuss h\u00f6rte irgendwann auf. Wir waren zu sehr besch\u00e4ftigt uns vor der Polizei in Sicherheit zu bringen, so dass wir die gegnerischen Fans und deren Ergehen nicht mehr wahrnahmen. Der Rest ist der Besonnenheit unserer Fans und USP zu verdanken, dass unser Transfer dann, eine gef\u00fchlte Ewigkeit sp\u00e4ter, einigerma\u00dfen ruhig ablief und wir wieder gut zum Bus und nach Hause gekommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein lieber Herr Gesangsverein, entweder waren die Einsatzkr\u00e4fte Vorort durchsetzt mit v\u00f6lligen Kretins oder und das meine ich in vollem Ernst, haben dieses Theater absichtlich inszeniert und dies ohne R\u00fccksicht auf Leib und Leben der G\u00e4stefans durchgezogen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00fcnde daf\u00fcr gibt es viele und wer sich mit dem Kontext Fu\u00dfball, Kommerz und staatlicher Repression und deren Wechselwirkungen besch\u00e4ftigt, der kann locker zu dem Schluss kommen, dass es den Organisatoren zumindest nicht um Sicherheit gehen kann, von der sie st\u00e4ndig schwadronieren.&nbsp;<br><br>Nun ja, es war ein Erlebnis und schlussendlich kamen wir zwar mit besch\u00e4digtem Ego, aber k\u00f6rperlich vollst\u00e4ndig wieder gegen 03:00h in Berlin an. Ob ich das nochmal mache, steht allerdings auf einem anderen Blatt Papier&#8230; Danke an meine Mitfahrer, mit Euch jederzeit gerne wieder &lt;3!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">P.S.: Ein Hoch auf unseren Busfahrer der Firma Nieder. Bernd, mit Dir immer wieder gerne!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">P.P.S.: Ein ganz besonderes Hoch auf den Shuttlebusfahrer zum Stadion hin, der auf den letzten Metern Hells Bells \u00fcber die Buskomm jagte und uns viel Erfolg w\u00fcnschte. Auch in Rostock gibt es sehr stabile Leute!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Pressemitteilung der Rostocker Polizei k\u00f6nnt Ihr getrost als L\u00fcge abheften und diejenigen, die das abschreiben sind Vollidioten! Dass sich Hansa-Fans und wir uns nicht liebhaben, ist der \u00e4lteste Hut der Welt. 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