Zu Nikolaus ins Erzgebirge

Na wie hört sich das an? Wer jetzt erwartet, das irgendwelche Silbereisen, Mosch & Egerländer durch dieses Blog toben wird leider enttäuscht, aber eine gewisse vorweihnachtlich, romantische Stimmung kann man beim FC Erzgebirge Aue schon erleben. Vor allem dann, wenn man dann die eiskalten Stiefel auch noch mit 3 Punkten gefüllt bekommt. Aber der Reihe nach …

…über die Abreise in Berlin kann ich nicht viel sagen, ich bin beruflich unter der Woche in Brandenburg und wurde deshalb vom Fanbus am Rasthof Freienhufener Eck (West), zwischen Energie und Dynamo abgeholt.

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Auf die Frau Pauli ((Name ist der Redaktion bekannt)) von den braun-weißen Spreepiraten war organisationstechnisch mal wieder 100% Verlass. Sturmtief Xaver war noch aktiv und die Luft war leicht schneeartig geschwägert und es hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass dies die Anreise irgendwie verzögern könnte. In der Tat nahm der Schneefall im Verlaufe der Strecke zu, aber wer zu Dezember ins Erzgebirge fährt erwartet schlichtweg nichts anderes. Wichtig ist hierbei, neben einem gefüllten Tank, genügend Verpflegung mit sich zu führen und verpflegen können sich die Mitglieder der Piratenbrigade,

fcspaue122013_02da war ich sehr zuversichtlich und tatsächlich wurde mir auch gleich ein einheimisches Bier gereicht.

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Auch der Bus erfuhr die eine oder andere weihnachtliche, respektive nikoläusige Dekoration, alles in allem die richtige Stimmung für einen Abstecher zu den erzgebirglerischen Löffelschnitzern am Vorvorabend des zweiten Advents.

Bei Dunkelheit in Aue angekommen und mit Polizeibegleitung am Stau vorbeigeführt ging’s dann schließlich ins Tal des Erzgebirgsstadions. Ich mag dieses Stadion, wie es sich in die Landschaft einschmiegt mit seinem bewaldeten, schon leicht mit Schnee bedeckten Abhang hinter Teilen der Gegengerade. Eigentlich hätten wir auch genau so gut auf einen Weihnachtsmarkt gehen können, es duftetet nach Glühwein und Wurstgulasch…aber ich schweife ab …

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Der Glühwein (oder der Kinderpunch, so genau wollte das keiner wissen) war vielleicht sogar entscheidend für den Ausgang des Spiels,

fcspaue122013_07weil wir aufgrund der Ansteherei nach selbigem, die Schlüsselszenen verpassten und das vielleicht eine noch wirkungsvollere Aktion war, als das berühmte „Torepinkeln“. Jedenfalls will ich nicht wissen, was passiert wäre, hätte Tschauni, den natürlich völlig unberechtigten Elfmeter nicht gehalten.

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Auch das 1:0 für den magischen FC blieb uns verborgen. Ich glaube wir waren gerade beim Bezahlvorgang, als Meister Finn eine weitere Kerbe an seinem (zumindest st. paulianischen) Torjägerkanonencolts hinzufügte. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn dies nur 3 Minuten später passiert wäre und wir uns zu Dritt, mit jeweils zwei Glühgetränken durch den jubelnde Mob des Gästeblocks gezwängt hätten.

Auf jeden Fall ein Auftakt nach Maß und obwohl schon die ersten ein ängstliches „zu früh“ raunten sah der weitere Verlauf des Spiels nicht so aus, als ob die Erzgebergszwerge den Boyz in brown ernsthaft das Gezähe um die Ohren hauen könnten. Nachdem dann Gregoritsch in der 25. Minute noch das 2:0 schoß, setzte in der Eiseskälte des Erzgebirgsstadions so etwas wie weihnachtliche Stimmung ein und man konnte sich ganz entspannt, der Verbreitung der frohen Botschaft über die sozialen Netzwerke widmen.

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Die Stimmung war trotzdem gut, die Fangesänge jedoch ein wenig unkoordiniert. USP hatte sich mal wieder mit den Ordnungskräften auseinandergesetzt und war deshalb nicht pünktlich anwesend. Das mögen jetzt vielleicht einige nicht gerne hören, aber es ist so …

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…das ist nicht schlecht und auch mitunter lustig, hat aber natürlich nicht die mediale Kraft einer koordinierten Sangesleistung. Ca. 10 Minuten vor Abpfiff wurden wir dann erlöst, als es USP dann doch noch an den Robocops vorbei ins Stadion schaffte. Die 4 Minuten Nachspielzeit waren dann wohl eine Reminiszenz an den unermüdlichen Kampf der Ultràs gegen die Sicherheitsorgane des zänkischen Bergvolkes auf dem Weg ins Stadion.

fcspaue122013_22fcspaue122013_25Schließlich war’s vorbei und nach dem Abfeiern der Mannschaft waren wir froh im warmen Bus zu sitzen und uns wohlig über die 3-Punkte-Bäuche zu streichen. Der erste Sieg beim FC Erzgebirge Aue war perfekt und es waren Big-Points auf dem Weg zum Aufstieg zu einer Spitzenmannschaft der 2. Liga.

Die Heimfahrt verlief nahezu harmonisch, von der Polizei auf die Autobahn geleitet und ab ging’s in Richtung Hauptstadt, nicht ohne das festliche Absingen altbekannter Weisen…

foxxitweetlied071213…nur ein einziges Mal kam dann noch leichte Spannung auf, als der völlig vom Wetter überraschte sächsische Winterdienst uns kurz vor Dresden über eine Stunde auf einer geschlossenen Schneedecke zurückließ und uns langsam aber sicher die strategischen Bierreserven ausgingen.

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Eine kleine, kurze Schneeballschlacht mit den nebenan stehenden Polizeibeamten brachte jedoch die nötige Entspannung und irgendwann ging’s dann doch weiter. Nach einem kurzen Sturm einer Autobahnraststätte wurden dann noch die Bierbestände aufgeforstet und gegen 03:00h in der Früh waren wir wieder daheim.

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